Düsseltal

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Düsseltal, früher auch Düsselthal, ist ein traditionell wohlhabender Stadtteil von Düsseldorf, der sich ursprünglich um ein Kloster herum entwickelte.

In der Bevölkerung wird der Stadtteil häufig Zooviertel, oder kurz Zoo genannt, entsprechend verweist der Name der S-Bahn-Station Düsseldorf-Zoo auf diesen häufiggenutzten Stadtteilnamen. Die Katasterbezeichnung lautet „Unterflinger Broich“. Er gehört zum Stadtbezirk 2. Düsseltal hat eine Fläche von 2,98 km² und 25.616 Einwohner.

Geographie

Düsseltal liegt östlich von Derendorf und Pempelfort, südlich von Mörsenbroich, westlich von Grafenberg und nördlich von Flingern. Der Stadtteil wird durch die Bahnlinie Köln-Düsseldorf–Duisburg, die Grashofstraße, Heinrichstraße, Graf-Recke-Straße (östlicher Teil), Simrockstraße und die Grafenberger Allee begrenzt.<ref>Vorlage:Cite web</ref>

Geschichte

Die Gegend zwischen Düsseldorf und dem bis ins 20. Jahrhundert selbstständigen Gerresheim war bis zur Industrialisierung dünn besiedelt. Lokaler Herrscher im Mittelalter war das Rittergeschlecht Hayc von Flingern. Die ältesten Gebäude Düsseltals sind die beiden Speckerhöfe sowie die Buscher Mühle (benannt nach Johannes de Buscho). Die Mühle wurde bereits zu Beginn des 14. Jahrhunderts erwähnt. Sie ist heute eine der wenigen erhaltenen, früher recht zahlreichen Getreidemühlen längs der Düssel.<ref>Derendorfer Jonges 1956 – Die Begegnungsstätte und der Heimatverein. Abgerufen am 19. Februar 2010.</ref>

Kloster Düsselthal, aus dem die Rettungsanstalt Düsselthal für Waisenkinder hervorging, Zeichnung von 1904
Hungerturm, Restgebäude des Klosters

Ein Domherr von Köln, Adam von Daemen, schenkte für die Gründung einer neuen Klosteranlage 1701 den Zisterzienser-Mönchen die Rheininsel Mönchenwerth, die südlich von Kaiserswerth lag. Diese Schenkung wurde durch den Kölner Erzbischof Joseph Clemens am 28. Oktober im gleichen Jahr und vom Deutschen Kaiser Joseph I. am 8. März 1707 bestätigt. Bedingt durch Überfälle und Hochwasser des Rheins sollte bereits wenige Jahre nach der Gründung des Klosters dieses wieder aufgegeben werden. Als der Kurfürst Jan Wellem von den Problemen erfuhr, schenkte er den Mönchen das Gelände des Speckerhofes für einen Neubau. Dieser Hof lag im Osten von Düsseldorf nahe Grafenberg. Der Domherr von Daemen spendete für diesen erneuten Klosterbau 3000 Reichstaler und mit dessen Errichtung wurde 1708 begonnen. Die Mönche wurden im Hinblick auf das ehemalige Hofgelände zuerst auch Speckermönche genannt. Später änderte sich der Klostername in Düsselthal und wurde Namensgeber für den heutigen Stadtteil.<ref>F.E. von Mehring, in: Düsselthal, Band 11, S. [8]2 bis [10]4. Digitalisierte Ausgabe der ULB Düsseldorf</ref>

Wie viele Klöster wurde auch Düsselthal Anfang des 19. Jahrhunderts säkularisiert und am 6. Dezember 1804 versteigert.<ref>F.E. von Mehring, in: Düsselthal, Band 11, S. [11]5.</ref> 1822 wurde das ehemalige Kloster von Graf Adelberdt von der Recke-Volmerstein für 45.000 Taler<ref>Heimat- und Kulturkreis Wittlaer e.V. – Jahrbücher Wittlaer.</ref> erworben, der in ihm an der heutigen Graf-Recke-Straße die Rettungsanstalt Düsseltal für Waisenkinder einrichtete. Als besondere Anekdote lässt sich anführen, dass die Rettungsanstalt u. a. finanziert wurde durch den Verkauf von an der Düssel gebrautem „echt Kölnisch Wasser“. 1835 gründete der Graf in Düsseltal außerdem die erste Diakonissenanstalt der Welt.

Auf dem Land der ehemaligen Speckerhöfe entstanden während der Industrialisierung die Gutehoffnungshütte und später Haniel & Lueg. Heute erinnert noch der alte, unter Denkmalschutz stehende Uhrenturm an der Grafenberger Allee an diese Zeit.

Datei:Ruine Zoologischer Garten Düsseldorf.jpg
Künstliche Ruine im Zoologischen Garten 1877
Eingang des heutigen Zooparks, Brehmplatz

Der häufig verwendete Name Zooviertel geht auf den Zoologischen Garten zurück, der sich von 1876 bis 1943 hier befand. Die Anregung zu einem Düsseldorfer Tierpark kam von dem bekannten Zoologen und Tierschriftsteller Alfred Brehm. Er war oft Gast des Düsseldorfer Tierschutzvereins Fauna, der den Zoologischen Garten gemeinsam mit dem städtischen Hofgärtner Heinrich Hillebrecht baute. Feierliche Eröffnung war am 31. Mai 1876. Der Zoologische Garten versank 1943 im Zweiten Weltkrieg in Trümmern. Bis 1987 war der Stadtteil dennoch Standort einer zoologischen Einrichtung; der gegenüber dem ehemaligen Zoo gelegene Luftschutzbunker beherbergte das Löbbecke-Museum und Aquarium mit Sammlungen zu „Zwei Milliarden Jahre Erdgeschichte“. Beide Einrichtungen zogen im Sommer 1987 in einen Neubau am Nordpark um, der Hochbunker wurde 2005 abgerissen und durch Wohnbebauung ersetzt.

Bedeutend für die Entwicklung dieses Stadtteils war auch die große Gewerbe-Ausstellung im Jahre 1880, die unter anderem von Kaiser Wilhelm I. besucht wurde. Mehr als 3000 Firmen stellten in 100 Hallen in Düsselthal aus, wofür die Grünanlagen in Anspruch genommen wurden.

Düsseltal heute

Sehenswürdigkeiten

Pauluskirche und Paulusplatz
Bronzetafel – Mittelpunkt Düsseldorfs (Vorlage:Coordinate)
ARAG-Tower – mit 125 m höchstes Hochhaus Düsseldorfs

Das über die Stadtgrenzen bekannteste Bauwerk in Düsseltal dürfte das im Zoopark gelegene Eisstadion an der Brehmstraße sein, in dem die Eishockeymannschaft der DEG ihre größten Erfolge feierte.

Eins der ältesten Gebäude im Düsseltal ist die Buscher Mühle an der Mulvanystraße. Diese Wassermühle ist heute eine der wenigen erhaltenen, früher recht zahlreichen Getreidemühlen längs der Düssel.

Der Hungerturm an der Fritz-Wüst-Straße und der alte Klosterfriedhof auf der Max-Planck-Straße erinnern an das alte Trappistenkloster und die hier bis 1902 beheimatete Graf-Recke-Stiftung.

Des Weiteren ist die von Josef Kleesattel Anfang des 20. Jahrhunderts errichtete Pauluskirche im neoromanischen Stil sehenswert. Nach dem Krieg wurde die durch Bombardierungen teilweise zerstörte katholische Kirche in einer etwas anderen Bauweise in den Schiffen wieder errichtet.

Die evangelische Matthäikirche ist die erste Kirche in Düsseldorf, die eine Stahlskelettkonstruktion aufweist.

Die Melanchthonkirche an der Graf-Recke-Straße beeindruckt mit ihrem spielbaren Glockenspiel mit 40 Glocken und einem Gesamtgewicht von etwa sechs Tonnen. Das Glockenspiel befindet sich im Außengerüst des Kirchenturms auf 25 Meter Höhe.

Auf der Hans-Sachs-Straße befindet sich der geographische Mittelpunkt von Düsseldorf, der Punkt ist mit einer Bronzetafel gekennzeichnet.

Am Mörsenbroicher Ei steht der ARAG-Tower, die Zentrale des Versicherungskonzerns ARAG, mit 125 Metern das höchste Gebäude Düsseldorfs. Das Bürogebäude zeichnet sich durch vier Gartenetagen aus, die unter anderem zur Erholung dienen.

Verkehrsanbindung und Infrastruktur

S-Bahnhof Düsseldorf-Zoo

Die S-Bahnhöfe Düsseldorf Zoo (gelegen im Stadtteil Pempelfort) und Düsseldorf Derendorf (gelegen im Stadtteil Derendorf) liegen unmittelbar hinter der Stadtteilgrenze. Von dort besteht eine Anbindung an den regionalen Zugverkehr. Die Bahnlinien 706 (Am Steinberg – BrehmplatzJan-Wellem-Platz – Am Steinberg) und 708 (Heinrichstraße – Brehmplatz – Uhlandstraße – Hauptbahnhof – Bilk – Hamm) treffen sich am Brehmplatz. Die Brehmstraße gehört zu den großen Durchgangsstraßen Düsseldorfs. Im Süden wird der Stadtteil zudem durch die Grafenberger Allee begrenzt.

Die Rethelstraße ist eine Einkaufsstraße, die täglichen und mittleren Bedarf abdeckt.

Düsseltal als Wohnviertel

Düsseltal zählt zu den gehobenen Wohngegenden in Düsseldorf, besonders die Gegend um den Zoopark ist begehrt und entsprechend hochpreisig. In der Umgebung der Hans-Sachs-Straße gibt es viele villenartige Gebäude, die häufig Eigenheime sind. Auch Eigentumswohnungen sind in Düsseltal häufig. Die Mieten sind recht teuer – selbst für Düsseldorfer Verhältnisse.

Bildung

Brehmschule

Düsseltal verfügt auch über ein breites Angebot an Kinderbetreuung und Bildungseinrichtungen.

Einzelnachweise

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Weblinks

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